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Ein Geschenk

Die letzte Phase im Leben eines geliebten Menschen ist auch die letzte Gelegenheit, “Ich liebe dich” zu sagen und sich zu verabschieden. Es ist eine Chance, eine Beziehung bis zum Ende oder gar darüber hinaus fortzusetzen; eine Zeit des Wachstums; eine Zeit, in der man jeden Schmerz loslassen kann, der durch eine schwierige Beziehung verursacht worden sein könnte.

Werden wir die letzten Gespräche mit dem Sterbenden als eine zu vermeidende Last empfinden oder werden wir sie als eine Gelegenheit zur Begegnung und Verbundenheit wahrnehmen; als ein Geschenk, das wir annehmen können.

Letzte Gespräche können dem Lebenden dabei helfen, den Übergang zu einem Leben ohne den Sterbenden zu gestalten.

Das Buch ‘Final Conversations, Helping the living and the dying talk to each other’ ist eine Empfehlung für jeden, der die praktische Kraft und Bedeutung der Kommunikation am Ende des Lebens verstehen will und erfahren möchte, wie man ein besseres und erfüllenderes letztes Gespräch führen kann.

Anregungen für letzte Gespräche

  • Lösen Sie sich aus Ihrem Alltagsprogramm. Bitten Sie dafür Ihren Chef, Ihre Kollegen, Freunde oder Familie um Unterstützung.
  • Verstoßen Sie gegen die Regeln! Widersetzen Sie sich gewöhnlichen Konventionen oder gewohnten Normen und sagen Sie, was Sie zu sagen haben. Sterben ist keine alltägliche Erfahrung.
  • Je mehr Zeit Sie mit dem Sterbenden verbringen, desto mehr letzte Gespräche werden Sie führen können und desto mehr werden diese Erfahrungen Sie bereichern.
  • Der Sterbende entscheidet darüber, wer mit ihm wie viel Zeit verbringt.
  • Seien Sie sensibel, was die Dauer Ihrer Gespräche angeht. Denken Sie daran, dass der Sterbende jeden Tag Energie verliert und dass Kommunikation Energie kostet.
  • Was auch immer es sein mag, es ist jetzt nicht die Zeit, eifersüchtig zu sein; akzeptieren Sie die Wünsche des Sterbenden.
  • Stellen Sie sich Ihrer Angst vor dem Tod. Finden Sie Ihre Gefühle und dann Ihre Stimme.
  • Versuchen Sie nicht, ein Gespräch vorzubereiten, zu kontrollieren oder zu erzwingen, lassen Sie es sich entfalten, wie es kommt.
  • Seien Sie unbesorgt, welche Worte Sie sagen sollten. Öffnen Sie Ihr Herz; Ihr Gefühl wird es Ihnen sagen.
  • Vertrauen Sie der nonverbalen Kommunikation; sie ist so real, so kraftvoll und so bedeutsam wie gesprochene Worte.
  • Seien Sie darauf vorbereitet, mit den kleinen Dingen – small talk – zu beginnen, bevor Sie zu den großen oder tiefgründigen Themen kommen. Ihr geliebter Mensch braucht möglicherweise alltägliche Gespräche und Erinnerungen für seinen eigenen Abschluss, Frieden und Akzeptanz.
  • Seien Sie auf Negativität vorbereitet. Sterbende werden keine Engel, nur weil sie an der Schwelle zum Tod stehen. Setzen Sie bei Bedarf einige Grenzen, um sich selbst zu schützen.
  • Sagen Sie den Menschen, die Sie lieben, dass Sie sie lieben. Sagen Sie es ihnen oft. Sagen Sie es ihnen jetzt. Sagen Sie es ihnen, bevor es zu spät ist.
  • Seien Sie verwundbar, es ist es wert.
  • Schämen Sie sich nicht, zu weinen.
  • Verzeihen Sie. Vergeben Sie dem Sterbenden, damit dieser loslassen kann; vergeben Sie, damit Sie mit dem Leben weitermachen können.
  • Gestatten Sie sich, vom Sterbenden berührt zu werden. Sie haben das Glück, in der Gegenwart von jemandem zu sein, der nicht vorsichtig sein muss, was er sagt. Der Sterbende kann einige Wahrheiten über Sie, Ihr Potenzial oder Ihr Leben offenbaren. Hören Sie zu. Nehmen Sie es auf. Entscheiden Sie, was Sie damit machen wollen.
  • Unterbrechen Sie spirituelle Erfahrungen nicht, nur weil Sie glauben, dass es sie nicht gibt. Es könnte sein, dass der Sterbende bewusster und offener für außergewöhnliche Erfahrungen ist, weil er einer anderen Realität näher ist.
  • Der Sterbende wählt seinen Todeszeitpunkt selbst. Möglicherweise wartet er, bis er alleine ist. Oder er wartet, bis alle anwesend sind. Manchmal warten Sterbende auch, bis sie mit einer bestimmten Person alleine sind. Dies ist ganz allein die Entscheidung des Sterbenden, und es ist nicht die Aufgabe der Lebenden, darüber zu urteilen, sich schlecht zu fühlen oder zu versuchen, etwas anderes zu erzwingen.

Inspiration & Quelle: Final Conversations von Maureen P.Keeley & Julie M.Yingling, Verlag Vanderwyk&Burnham, Luna & Moon

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